So hat die Uni gewählt

Die Stimmen sind ausgezählt, die Passauer Studierenden haben gewählt und die Weichen für die Hochschulpolitik der kommenden Semester gestellt.

Die Veränderungen in aller Kürze

– die Wahlbeteiligung stieg um 2 Prozent, auf 17,7 Prozent
– die LHG hat einen Sitz dazugewonnen, LUKS hat einen verloren
– der RCDS stellt statt LUKS im kommenden Jahr einen Senator


Im Studierendenparlament sitzen fünf politische Hochschulgruppen sowie jeweils eine Person für die vier Fachschaften der Uni.

  • Grüne Hochschulgruppe (5+1 Sitze)

    1. Guske, Eva Charlotte + Stimme als Senatorin
    2. Störmer, Christoph
    3. Rieth, Tobias
    4. Münichsdorfer, Ansgar
    5. Schmid, Christina

  • Liberale Hochschulgruppe (4 Sitze)

    1. Luppert, Michael
    2. Prause, Daniel
    3. Röpke, Matthias
    4. Brunner, Andreas

  • Ring Christlich Demokratischer Studenten (3+1 Sitze)

    1. Cramer, Lukas + Stimme als Senator
    2. Wolpers, Sarah
    3. Mock, Jannika-Katharina

  • Juso Hochschulgruppe (3 Sitze)

    1. Seibert, Kim
    2. Bäumler, Julian
    3. Hogenkamp, Vincent

  • Liste unabhängiger kritischer Student*innen (1 Sitz)

    1. Meyer, Lea

  • Fachschaften (4 Sitze)

    Jede der vier Fachschaften kann eine gewählte Person aus ihren Reihen in das Studierendenparlament schicken. Auf Listenplatz eins stehen:

    • FIM Pöhler, Jonas
    • Jura Emde, Marie-Louisa
    • Philo Römer, Julia
    • WiWi Hawighorst, Friederike

Im Detail

Die Studierenden haben am Dienstag, 11. Juli, über die Wahlvorschläge von fünf verschiedenen politischen Hochschulgruppen abgestimmt. Aus diesen Gruppen werden 16 Leute ins Passauer Studierendenparlament gewählt und zwei in den Senat und die erweiterte Universitätsleitung. Darüber hinaus wurde auch die künftige Zusammensetzung der Fachschaften gewählt.

Die studentischen Senator*innen werden im kommenden Jahr Charlotte Guske von der Grünen Hochschulgruppe (GHG) und Lukas Cramer vom RCDS sein. Im vergangenen Jahr waren es Hendrik Pelzl (GHG) und Maren Romstedt (LUKS).

Da die beiden Senator*innen auch im Studierendenparlament sitzen, ändert sich auch dort die Zusammensetzung. In den kommenden Semestern werden daher vier statt bisher drei Menschen vom RCDS im Parlament sitzen. Auch bei LUKS und der LHG verändern sich die Sitze: Die LHG gewinnt einen dazu, auf jetzt vier Sitze – LUKS verliert zusammengerechnet zwei Sitze und fällt damit auf einen. Keine Veränderung gibt es bei der Grünen Hochschulgruppe und der Juso-Hochschulgruppe, die weiterhin mit sechs und drei Sitzen vertreten sind.


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Hochschulgruppen dürfen wieder Kuchen verkaufen

Woher bekommen Hochschulgruppen ihr Geld? Studis die Veranstaltungen organisieren, treibt diese Frage immer wieder um. Verschiedene Gruppen haben darauf verschiedene Antworten gefunden – von Spenden sammeln, über Sponsoren finden, bis hin zum organisieren von Partys.

Deine HSG verkauft Kuchen?

Was ihr beachten müsst

Eine dieser Möglichkeiten – der Verkauf von Kuchen – wurde vor etwa einem Jahr von der Universität verboten. Das Argument: Bedenken in Sachen Hygiene. Manche Hochschulgruppen verloren damit eine wichtige Einnahmequelle, oder mussten „illegal“ verkaufen und gingen das Risiko hoher Strafen ein.

Mitte Juni dann die gute Nachricht: AStA/SprecherInnenrat und Uni einigten sich auf Richtlinien zu Hygiene-Standard und Verkauf. Die Uni hob daraufhin das Verbot auf, Kuchen unter der Eisenbahnbrücke zu verkaufen. Vorrausgegangen war ein Beschluss des Studierendenparlaments, indem die Uni-Leitung aufgefordert wurde, den Verkauf wieder zuzulassen.


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Was ist das für 1 Wahl?

Seit dem  28. Juni läuft die heiße Phase im Uni-Wahlkampf. Fünf politische Hochschulgruppen diskutieren über die Zukunft der Uni und der Studierendenvertretung; am Mensa-Vorplatz werden Stände aufgebaut, Flyer verteilt, Plakate aufgehängt – man streitet um die Gunst der Wählerinnen und Wähler. Aber was vertreten die Hochschulgruppen? Wann wird gewählt und wie? Wo findet der Wahlkampf statt und was bringt es mir überhaupt zu wählen?

In den kommenden Wochen werden wir diesen Artikel fortlaufend erweitern und euch damit Hintergrundinfos rund um die Wahl bieten.

Die Positionen der Hochschulgruppen findet ihr schon heute – im Mat-O-Wahl.

Welche Politik passt zu mir?

Im Mat-O-Wahl beantworten die politischen Hochschulgruppen alle wichtigen Fragen rund um die Uni und ihre Pläne für die Zukunft. Welche Gruppe passt zu dir? Und warum? Das findest du hier.

Mat-O-Wahl - Los geht's!

Wann & Wo wird gewählt?

Am 3. und 4. Juli können die Studierenden der Universität Passau per Briefwahl ihre Stimme für die Hochschulwahl abgeben. Bei Vorlage des Lichtbildausweises erhält man alle Unterlagen im Foyer der Mensa jeweils von 11-14 Uhr und kann diese auch direkt ausgefüllt wieder abgeben.

An die Urnen treten darf man dann am 11. Juli von 9-18 Uhr in der Innstegaula.

Was wird gewählt?

Bei den Hochschulwahlen haben Studierende die Möglichkeit ihre Vertreter*innen für den Studentischen Konvent (Stupa), gegenüber der Universitätsleitung (Senatoren*innen) und in den jeweiligen Fachschaften zu wählen.

Wer tritt an?

Zur Wahl stehen Vertreter*innen der jeweiligen Fakultäten für die Fachschaften sowie Vertreter*innen der politischen Hochschulgruppen der Universität Passau. Entscheidungshilfe bietet der Mat-O-Wahl oder die jeweiligen Internetseiten.

Welche Regeln gibt's im Wahlkampf?

Alle politischen Hochschulgruppen haben folgendes Abkommen unterzeichnet.

Unser Fairnessabkommen

Wie wird eigentlich gewählt?


Infos über die Fachschaften: FS PHILO, FS WIWI, FS JURA, FS INFO
Infos über die politischen Hochschulgruppen: GHG, JUSOS, RCDS, LUKS, LHG

Informationstage zu psychischen Problemen bei Studierenden

Warum „Informationstage zu psychischen Problemen bei Studierenden“?

Auseinandersetzungen mit der Thematik psychische Erkrankungen und Beschwerden drängen stärker, als noch vor ein paar Jahren, in die gesellschaftliche Debatte. Wir begrüßen diese neu entstandene Aufmerksamkeit für Themen, die schon immer in eine breite gesellschaftliche Debatte gehören. Jedoch ist diese Thematik bei persönlicher Betroffenheit nach wie vor ein Tabuthema, obwohl nach neusten Studien ein Drittel aller Personen in ihrem Leben eine Depression erleben. Besonders sensibel sind dabei die Jugendjahre, in denen sich junge Menschen zahlreichen Problemen ausgesetzt sehen. Die Persönlichkeitsentwicklung ist noch nicht abgeschlossen, die Weichen für den zukünftigen Werdegang werden gestellt, Partnerschaften werden eingegangen etc. Gerade bei Studierende kommt ein immer stärkerer Leistungsdruck hinzu: Immer mehr Stoff in wenigen Semestern absolvieren, möglichst viele Praktika ableisten und das bei geforderten Höchstansprüchen. Dabei die Erwartung und der gesellschaftliche Druck,  jetzt die beste Zeit seines Lebens haben zu müssen. So stoßen psychische Beschwerden auf ein allgemeines Unverständnis gegenüber den/die Betroffenen.

Wir fordern  eine Sensibilisierung dieser Problematik in der universitären Öffentlichkeit und wünschen uns eine fundierte, nachhaltige und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Themen. Zu dieser möchten wir beitragen. Wir wollen dabei den Fragen: welche Ursachen gibt es, und welche Maßnahmen können wir ergreifen, nachgehen. Um das Thema möglichst breit gefächert anzugehen haben wir die Veranstaltung in einigen unterschiedliche Vorträge, die verschiedene Felder beleuchten sollen, gegliedert.

  • Stresstest

    Im Rahmen der Informationstage zu psychischen Probleme bei Studierenden findet im AStA Büro ein Stresstest für alle Interessierten statt.
    Betreut durch ein professionelles Team werden euch Elektroden angeschlossen und verschiedene Belastungsszenarien durchgespielt. Anschließend wird euch ein persönliches Feedback gegeben.
    Ein Test dauert ca. 15 Minuten.

    Hier könnt ihr euch verbindlich für einen Termin am 19.06.2017 anmelden.

    Persönliche Daten

    Erforderliche Formularfelder sind mit einem * gekennzeichnet


    Zusammenfassung der Reservierung

  • Kopfzerbrechen und Burn-Out

    Am 19.06.2017

    18 Uhr, HS 4 (PHIL)

    Prof. Dr. Eichhammer – Leiter des Bezirkskrankenhaus Passau

    „Lernen bis zum Kopfzerbrechen? Studieren in Zeiten der Selbstoptimierung“

    Jede*r fünfte Student*in sucht im Laufe ihres*seines Studiums psychologische Hilfe auf. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich Menschen in diesen Jahren mit zahlreichen Problemen konfrontiert sehen. Die Persönlichkeitsentwicklung ist noch
    nicht abgeschlossen, die Weichen für den zukünftigen Werdegang werden gestellt,
    Partnerschaften werden eingegangen etc. Gerade bei Studierenden kommt ein immer stärkerer Leistungsdruck hinzu: Immer mehr Stoff in wenigen Semestern absolvieren, möglichst viele Praktika ableisten und das bei geforderten Höchstansprüchen. Dabei die Erwartung und der gesellschaftliche Druck, jetzt die beste Zeit seines Lebens haben zu müssen.
    Außerdem stoßen von psychischen Beschwerden Betroffene auf ein allgemeines Unverständnis. Dieser Vortrag soll den Fokus auf diese Problematiken richten.

    anschließend:

    Herr Molthan – Psychiater

    „Depression und Burn-Out“

    Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Bei den Betroffenen stellt sich häufig das Gefühl ein, ungenügend und minderwertig zu sein. Bei zunehmendem Leistungsdruck wird dieses Gefühl immer weiter verstärkt und die eigene Leistung nicht wahrgenommen.
    Bei Burnout sind ähnliche Symptome feststellbar.
    Dieser Vortrag soll für die Thematik sensibilisieren und auch Nicht-Betroffene über die Krankheit aufklären, die dringend aus der Dunkelecke in die mediale Öffentlichkeit rücken muss.
  • Kontrolle und Ängste

    Am 20.06.2017

    18-20 Uhr, HS 3 (PHIL)

     

    Dr. Knipel – Psychosomatiker

    „Essstörungen ein Leben zwischen Kontrolle und Kontrollverlust“

    Dieser Vortrag legt das Augenmerk auf die Hintergründe der Esstörungen. Betroffene haben oft das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und suchen diese dann in der Kontrolle über ihren Körper. Die Thematik ist Teil der Veranstaltungsreihe, da Psycholog*innen diese Problematik bei einigen der Studierenden feststellen. Der Vortrag zielt nicht nur auf Betroffene ab, da diese sich dessen oft nicht bewusst sind, sondern auch an Leute, die Betroffenen helfen wollen.

    anschließend:

    Frau Haussmann – Psychologin

    „Was die Angst mit dem Säbelzahntiger zu tun hat: Ängste und Panikattacken im Lichte von Prüfungssituationen“

    Der Vortrag „Was die Angst mit dem Säbelzahntiger zu tun hat: Ängste und Panikattacken im Lichte von Prüfungssituationen“ soll den Umgang mit Prüfungsangst erläutern. Dieser Vortrag bietet Hintergrundinformationen, nicht nur für Betroffene, sondern auch für Alle die sich mit dem Thema Angst, Was bringt sie?, Woher kommt sie? auseinandersetzen möchten.

  • Prokrastination, Drogen und Nachteilsausgleich

    Am 21.06.2017

    18 Uhr, HS 3 (PHIL)

     

    Wolfgang Wibmer – Universitätspsychologe

    „Prokrastination – was Du heute kannst besorgen, das verschiebe flink auf Morgen; eine Anleitung zum richtigen Prokrastinieren“

    Dieser Vortrag legt das Augenmerk auf die Hintergründe der Esstörungen. Betroffene haben oft das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und suchen diese dann in der Kontrolle über ihren Körper. Die Thematik ist Teil der Veranstaltungsreihe, da Psycholog*innen diese Problematik bei einigen der Studierenden feststellen. Der Vortrag zielt nicht nur auf Betroffene ab, da diese sich dessen oft nicht bewusst sind, sondern auch an Leute, die Betroffenen helfen wollen.

    anschließend:

    Dr. Motzek-Noe

    „high sein! – frei sein? – gibt es einen ungefährlichen Umgang mit Drogen?“

    Der Vortrag soll in keinster Weise eine klassische Moralpredigt zum Umgang mit Drogen werden. Auch hier gilt, dass Psycholog*innen auf diese Problematik bei Studierenden hingewiesen haben. Thematisiert werden die Hintergründe von Drogenkonsum und ihr Stellenwert im universitären Alltagsleben, sprich Leistungssteigerung, Entspannung etc. Für alle, die sich hinterfragen möchten.

    anschließend:

    Dr. Ulrike Bunge – Studienberaterin Uni Passau

    In diesem Vortrag wird erläutert, inwiefern mensch psychische Erkrankungen bei Prüfungen oder ähnlichem für einen Nachteilsausgleich geltend machen kann.

  • Petition

    Unten findet ihr den Petitionstext mit der Petitionsliste. Druckt sie aus und verteilt sie an eure Freund*innen.
    Falls ihr nicht wisst, um was es geht, hier nochmal den Text:

     

     

    12 000 Studis – ein Psychologe

    Die Rechnung geht nicht auf. Zur Zeit steht nur ein Psychologe für die Studierenden der Uni zur Verfügung. Das hat extreme Auswirkungen: Wer Hilfe sucht, muss vier Wochen warten – oder länger. Ausweichen auf Psycholog*innen in Passau klappt auch nicht, die Wartezeiten dort sind zwischen drei und sechs Monaten lang. Unter der Asymmetrie leidet auch die Qualität der Betreuung; Zeit für Prävention bleibt keine. Gleichzeitig steigt die Zahl der Studierenden, die psychologische Betreuung suchen – nach neuesten Studien befand sich bereits jeder sechste Studierende in Behandlung.

    Unsere Lösung: Eine zweite Stelle für psychologische Betreuung an der Uni. Und dabei kannst du uns und den anderen Studierenden helfen! Mit deiner Stimme weist du auf ein immenses Problem hin und erhöhst den Druck auf die Stellen, die die Gelder bewilligen müssen.

     

    Was du noch wissen solltest: Momentan gibt es keine weibliche Ansprechperson für Studierende, die psychologische Betreuung suchen. Auch kann niemand die 1 000 internationalen Studierenden betreuen, die hauptsächlich Englisch sprechen. Auch in Passau gibt es kaum Betreuung in englischer Sprache.

    Für Notfälle ist momentan schlecht gesorgt: Zwar kann der Uni-Psychologe Notfälle fast immer vorziehen, jedoch sind die Wartelisten so lang, dass es in Passau kaum möglich ist, sofort einen Betreuungsplatz zu finden. Oft bleibt dem Uni-Psychologen dann nur eins: Der Person zu empfehlen, sich selbst einweisen zu lassen, was Monate der stationären Behandlung nach sich ziehen kann.

     

    Petition-Text

    Petition-Liste

Error 404 – Seminarplatz nicht verfügbar


Von Valerie Tischbein

Spätestens ab dem 3. Semester haben die meisten Studierenden der Universität Passau dieses oder ein ähnliches Phänomen erlebt. Die Studienordnung schreibt den Besuch eines bestimmten Seminars oder die Ablegung einer bestimmten Prüfungsleistung vor, jedoch scheint es quasi unmöglich für diese einen Platz zu erhalten. Die Größe dieses Problems schwankt dabei von Fakultät zu Fakultät. Der sicherlich frustrierte, je nach Semesteranzahl beiweilen auch panische Studierende schiebt seinen Ärger vermutlich erst einmal auf den naheliegensten „Übeltäter“: den Dozierenden. Denn dieser hätte mehr Teilnehmer zulassen oder mehr Seminare anbieten können. Der Kern des Problems liegt jedoch weiter oben in der Bildungshierachie.

 

                                                        Screenshot: privat

 

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst schließt seit 2005 sogenannte „Innovationsbündnisse“ mit den bayerischen Hochschulen ab.1 Das aktuell geltende „Innovationsbündnis Hochschule 2018“(pdf) wurde am 08. Juli 2013 von den jeweiligen Vertreter*innen der Hochschulen und der Staatsregierung in München unterzeichnet. Basierend auf diesen Rahmenzielvereinbarungen werden individuell einzelne Zielvereinbarungen für die jeweilige Hochschule getroffen, in denen „festgeschriebenen Leistungen konkretisiert sowie Konsequenzen für das Erreichen bzw. Nicht-Erreichen von Zielen festgelegt [werden]“.2 Für die Universität Passau ist dies die „Zielvereinbarung 2014-2018″(pdf). Darin wird unter anderem festgelegt, wie viele Erstsemester die Uni Passau jedes Jahr zusätzlich zulassen muss.

Nun stellt sich die Frage, was dies mit übervollen Seminaren zu tun hat. Das Problem nahm seinen Lauf, als die bayerische Landesregierung 2014 einen Stellenstop für den öffentlichen Dienst beschlossen hat, so dass seitdem keine oder nur sehr wenige neue Stellen bewilligt werden. Parallel hierzu fordert die Staatsregierung in den Zielvereinbarungen seine Hochschulen allerdings dazu auf, jedes Semester mehr Erststudierende zuzulassen und somit die Anzahl der Studierenden in Bayern zu erhöhen. Werden die Vorgaben nicht erfüllt droht die Streichung finanzieller Mittel. (Was genau ist eine Zielvereinbarung und welche Bereiche der Uni betrifft sie? – Das findet ihr hier.) Die Universität ist also verpflichtet jedes Semester mehr Studierende aufzunehmen, bekommt aber keine zusätzlichen Stellen, die für deren Betreuung notwendig wären. Dass diese Dynamik irgendwann zu einem Problem führt scheint auf den ersten Blick erkennbar. Etwas Abhilfe schafft das Gremium zur Vergabe von Studienzuschüssen, welches Mittel an die zentralen Einrichtungen und Fakultäten verteilt, so dass diese ggf. studentische Hilfskräfte, wiss. Mitarbeiter und Lehrbeauftragte einstellen können. Die hier vom Freistaat bereitgestellten Mittel sind eigentlich zur Verbesserung von Lehre und Forschung gedacht, reichen aber nichteinmal für den Erhalt des Status Quo. Beispielsweise werden Tutorien der philosophischen Fakultät mit etwa 50.000 Euro finanziert. Über 30 Anträge wurden hierfür bereits für das Wintersemester 2017/18 gestellt. Dass das System nicht vollkommen kollabiert liegt zum einen an Projektstellen, welche durch Drittmittelfinanzierung ermöglicht werden zum anderen an der Handlungsbereitschaft der Dozierenden, durch welche Seminare für mehr Teilnehmer als eigentlich geplant geöffnet werden. Diese Eigeninitiative bedeutet vor allem mehr Arbeit und nicht wirklich mehr Lohn, von der Dankbarkeit der Studierenden einmal abgesehen.


1 Quelle: https://www.km.bayern.de/studenten/wissenschaftspolitik/innovationsbuendnis.html (abgerufen am 14.05.17)

2 Innovationsbündnis Hochschule 2018, Paragraph 1 Absatz 2


  • Innovationsbündnis und Zielvereinbarungen im Detail

    Zusammenfassung – Das steht im Innovationsbündnis und in den Zielvereinbarungen

    Die gemeinsamen Vorgaben für alle bayerischen Hochschulen umfassen unter Anderem folgende Punkte:1

    • Ausbildungskapazitäten sollen sichergestellt werden
    • die Qualität der Lehre soll verbessert , die Studienerfolgsquote erhöht und das Leistungsniveau der Absolventen erhalten werden
    • die gute wissenschaftliche Praxis soll erhalten bleiben

    Als mögliche individuellen Ziele der einzelnen Hochschulen werden unter Anderem vorgeschlagen:2

    • der künstlerische und wissenschaftliche Nachwuchs soll gefördert und Karriereperspektiven konzipiert werden
    • die IT-Infrastruktur soll weiterentwickelt werden
    • es sollen mehr Drittmittel eingeworben werden

    Um die Einhaltung der Vereinbarung zu gewährleisten müssen die Hochschulen spätestens bis zur Hälfte der Laufzeit über die Erreichung der Ziele berichten.3 Diese Berichte sind jedoch nicht öffentlich einsehbar. Die eigenen Ziele, welche sich die Universität Passau gesetzt hat sind laut der Zielvereinbarung die folgenden:4

    • Wissenschaftliche Exzellenz und Sichtbarkeit
      •  finanzielle  Aufstockung  des  Gastwissenschaftlerprogramms
      • Unterstützung für die Teilnahme an internationalen Konferenzen und Forschungsreisen
      • Forschungspool und Forscherwerkstatt
      • Weiterentwicklung des Graduiertenzentrums
    • IT-Infrastruktur
      • Integriertes Campus-Management-System
      • Elektronischer Studierendenausweis
      • Elektronische Akte (eAkte)
    • Lehrinnovationspool
      • drei innovative Lehrprojkete pro Jahr
      • Forschungsbezug der Lehrveranstaltungen, vor allem im Masterbereich
      • Internationalisierung, um  mehr  ausländische  Studierende  für  ein  Studium  in Passau zu gewinnen
      • Transdisziplinarität bei fakultätsübergreifenden Studienangebote

    Quellen:

    1 Innovationsbündnis Hochschule 2018, Paragraph 2 Absatz 2

    2 ebd. Paragraph 2 Absatz 3

    3 ebd. Paragraph 3 Absatz 2

    4 Zielvereinbarung Universität Passau 2014-2018, S. 20-31