Warum „Informationstage zu psychischen Problemen bei Studierenden“?

Auseinandersetzungen mit der Thematik psychische Erkrankungen und Beschwerden drängen stärker, als noch vor ein paar Jahren, in die gesellschaftliche Debatte. Wir begrüßen diese neu entstandene Aufmerksamkeit für Themen, die schon immer in eine breite gesellschaftliche Debatte gehören. Jedoch ist diese Thematik bei persönlicher Betroffenheit nach wie vor ein Tabuthema, obwohl nach neusten Studien ein Drittel aller Personen in ihrem Leben eine Depression erleben. Besonders sensibel sind dabei die Jugendjahre, in denen sich junge Menschen zahlreichen Problemen ausgesetzt sehen. Die Persönlichkeitsentwicklung ist noch nicht abgeschlossen, die Weichen für den zukünftigen Werdegang werden gestellt, Partnerschaften werden eingegangen etc. Gerade bei Studierende kommt ein immer stärkerer Leistungsdruck hinzu: Immer mehr Stoff in wenigen Semestern absolvieren, möglichst viele Praktika ableisten und das bei geforderten Höchstansprüchen. Dabei die Erwartung und der gesellschaftliche Druck,  jetzt die beste Zeit seines Lebens haben zu müssen. So stoßen psychische Beschwerden auf ein allgemeines Unverständnis gegenüber den/die Betroffenen.

Wir fordern  eine Sensibilisierung dieser Problematik in der universitären Öffentlichkeit und wünschen uns eine fundierte, nachhaltige und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Themen. Zu dieser möchten wir beitragen. Wir wollen dabei den Fragen: welche Ursachen gibt es, und welche Maßnahmen können wir ergreifen, nachgehen. Um das Thema möglichst breit gefächert anzugehen haben wir die Veranstaltung in einigen unterschiedliche Vorträge, die verschiedene Felder beleuchten sollen, gegliedert.

  • Stresstest

    Im Rahmen der Informationstage zu psychischen Probleme bei Studierenden findet im AStA Büro ein Stresstest für alle Interessierten statt.
    Betreut durch ein professionelles Team werden euch Elektroden angeschlossen und verschiedene Belastungsszenarien durchgespielt. Anschließend wird euch ein persönliches Feedback gegeben.
    Ein Test dauert ca. 15 Minuten.

    Hier könnt ihr euch verbindlich für einen Termin am 19.06.2017 anmelden.

    Persönliche Daten

    Erforderliche Formularfelder sind mit einem * gekennzeichnet


    Zusammenfassung der Reservierung

  • Kopfzerbrechen und Burn-Out

    Am 19.06.2017

    18 Uhr, HS 4 (PHIL)

    Prof. Dr. Eichhammer – Leiter des Bezirkskrankenhaus Passau

    „Lernen bis zum Kopfzerbrechen? Studieren in Zeiten der Selbstoptimierung“

    Jede*r fünfte Student*in sucht im Laufe ihres*seines Studiums psychologische Hilfe auf. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich Menschen in diesen Jahren mit zahlreichen Problemen konfrontiert sehen. Die Persönlichkeitsentwicklung ist noch
    nicht abgeschlossen, die Weichen für den zukünftigen Werdegang werden gestellt,
    Partnerschaften werden eingegangen etc. Gerade bei Studierenden kommt ein immer stärkerer Leistungsdruck hinzu: Immer mehr Stoff in wenigen Semestern absolvieren, möglichst viele Praktika ableisten und das bei geforderten Höchstansprüchen. Dabei die Erwartung und der gesellschaftliche Druck, jetzt die beste Zeit seines Lebens haben zu müssen.
    Außerdem stoßen von psychischen Beschwerden Betroffene auf ein allgemeines Unverständnis. Dieser Vortrag soll den Fokus auf diese Problematiken richten.

    anschließend:

    Herr Molthan – Psychiater

    „Depression und Burn-Out“

    Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Bei den Betroffenen stellt sich häufig das Gefühl ein, ungenügend und minderwertig zu sein. Bei zunehmendem Leistungsdruck wird dieses Gefühl immer weiter verstärkt und die eigene Leistung nicht wahrgenommen.
    Bei Burnout sind ähnliche Symptome feststellbar.
    Dieser Vortrag soll für die Thematik sensibilisieren und auch Nicht-Betroffene über die Krankheit aufklären, die dringend aus der Dunkelecke in die mediale Öffentlichkeit rücken muss.
  • Kontrolle und Ängste

    Am 20.06.2017

    18-20 Uhr, HS 3 (PHIL)

     

    Dr. Knipel – Psychosomatiker

    „Essstörungen ein Leben zwischen Kontrolle und Kontrollverlust“

    Dieser Vortrag legt das Augenmerk auf die Hintergründe der Esstörungen. Betroffene haben oft das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und suchen diese dann in der Kontrolle über ihren Körper. Die Thematik ist Teil der Veranstaltungsreihe, da Psycholog*innen diese Problematik bei einigen der Studierenden feststellen. Der Vortrag zielt nicht nur auf Betroffene ab, da diese sich dessen oft nicht bewusst sind, sondern auch an Leute, die Betroffenen helfen wollen.

    anschließend:

    Frau Haussmann – Psychologin

    „Was die Angst mit dem Säbelzahntiger zu tun hat: Ängste und Panikattacken im Lichte von Prüfungssituationen“

    Der Vortrag „Was die Angst mit dem Säbelzahntiger zu tun hat: Ängste und Panikattacken im Lichte von Prüfungssituationen“ soll den Umgang mit Prüfungsangst erläutern. Dieser Vortrag bietet Hintergrundinformationen, nicht nur für Betroffene, sondern auch für Alle die sich mit dem Thema Angst, Was bringt sie?, Woher kommt sie? auseinandersetzen möchten.

  • Prokrastination, Drogen und Nachteilsausgleich

    Am 21.06.2017

    18 Uhr, HS 3 (PHIL)

     

    Wolfgang Wibmer – Universitätspsychologe

    „Prokrastination – was Du heute kannst besorgen, das verschiebe flink auf Morgen; eine Anleitung zum richtigen Prokrastinieren“

    Dieser Vortrag legt das Augenmerk auf die Hintergründe der Esstörungen. Betroffene haben oft das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und suchen diese dann in der Kontrolle über ihren Körper. Die Thematik ist Teil der Veranstaltungsreihe, da Psycholog*innen diese Problematik bei einigen der Studierenden feststellen. Der Vortrag zielt nicht nur auf Betroffene ab, da diese sich dessen oft nicht bewusst sind, sondern auch an Leute, die Betroffenen helfen wollen.

    anschließend:

    Dr. Motzek-Noe

    „high sein! – frei sein? – gibt es einen ungefährlichen Umgang mit Drogen?“

    Der Vortrag soll in keinster Weise eine klassische Moralpredigt zum Umgang mit Drogen werden. Auch hier gilt, dass Psycholog*innen auf diese Problematik bei Studierenden hingewiesen haben. Thematisiert werden die Hintergründe von Drogenkonsum und ihr Stellenwert im universitären Alltagsleben, sprich Leistungssteigerung, Entspannung etc. Für alle, die sich hinterfragen möchten.

    anschließend:

    Dr. Ulrike Bunge – Studienberaterin Uni Passau

    In diesem Vortrag wird erläutert, inwiefern mensch psychische Erkrankungen bei Prüfungen oder ähnlichem für einen Nachteilsausgleich geltend machen kann.

  • Petition

    Unten findet ihr den Petitionstext mit der Petitionsliste. Druckt sie aus und verteilt sie an eure Freund*innen.
    Falls ihr nicht wisst, um was es geht, hier nochmal den Text:

     

     

    12 000 Studis – ein Psychologe

    Die Rechnung geht nicht auf. Zur Zeit steht nur ein Psychologe für die Studierenden der Uni zur Verfügung. Das hat extreme Auswirkungen: Wer Hilfe sucht, muss vier Wochen warten – oder länger. Ausweichen auf Psycholog*innen in Passau klappt auch nicht, die Wartezeiten dort sind zwischen drei und sechs Monaten lang. Unter der Asymmetrie leidet auch die Qualität der Betreuung; Zeit für Prävention bleibt keine. Gleichzeitig steigt die Zahl der Studierenden, die psychologische Betreuung suchen – nach neuesten Studien befand sich bereits jeder sechste Studierende in Behandlung.

    Unsere Lösung: Eine zweite Stelle für psychologische Betreuung an der Uni. Und dabei kannst du uns und den anderen Studierenden helfen! Mit deiner Stimme weist du auf ein immenses Problem hin und erhöhst den Druck auf die Stellen, die die Gelder bewilligen müssen.

     

    Was du noch wissen solltest: Momentan gibt es keine weibliche Ansprechperson für Studierende, die psychologische Betreuung suchen. Auch kann niemand die 1 000 internationalen Studierenden betreuen, die hauptsächlich Englisch sprechen. Auch in Passau gibt es kaum Betreuung in englischer Sprache.

    Für Notfälle ist momentan schlecht gesorgt: Zwar kann der Uni-Psychologe Notfälle fast immer vorziehen, jedoch sind die Wartelisten so lang, dass es in Passau kaum möglich ist, sofort einen Betreuungsplatz zu finden. Oft bleibt dem Uni-Psychologen dann nur eins: Der Person zu empfehlen, sich selbst einweisen zu lassen, was Monate der stationären Behandlung nach sich ziehen kann.

     

    Petition-Text

    Petition-Liste